Stehender Akt und Selbstbildnis im Spiegel
Unterengstringen, um 1949/50
Oel auf Leinwand, 81 x 65 cm
Nicht bezeichnet
Privatbesitz
In Paris hatte
Gubler 1931 eine Reihe von weiblichen
Akten gemalt, liegend, kauernd oder sitzend in Interieurs. Erst 1949
begann er
erneut, den nackten Frauenkörper als frontale oder profile
Figur, ausbalanciert
in Stand- und Spielbein darzustellen. Die auf weisser Farbe aufgebaute
Figur
beherrscht hier die Leinwand vollkommen. Als Kontrastfigur konzipiert,
hebt
sich die nackte Frau von dem dunklen Hintergrund des Raumes ab. Die
weisse
Fläche der Tischdecke links im Bild nimmt horizontal die
Senkrechte der Figur
auf. Auf der hellen Tischfläche steht ein Spiegel, in welchem
der Künstler in
einer flammend roten Jacke erkennbar ist. Das Gemälde ist in
zweifacher Hinsicht
als Gegenüberstellung zu lesen: Auf der gleichen Raumebene des
Bildes stehen
sich die reale Figur und das Abbild des Künstlers
gegenüber; im Raum die nackte
Frau und der ausserhalb des Bildes sich befindende Mann.
Doris Fässler p.163
Max Gubler
Museum für moderne Kunst der Stadt Lugano, ( 10.September - 5. November 1995 )